Gert Prix

Warum Beach Band ?

Schuld daran sind wieder einmal die Mädchen - braungebrannt ! Und die Palmen - nicht braungebrannt. Und ein Strand, hohe Wellen, darin ein paar Surfer uuund - war da noch was ? Ach ja, die Musik !

Die Beach Boys hatte ich etwa im Alter von 8 Jahren erstmals wahrgenommen. Noch lange nicht ahnend, welche Rolle ihr Surfsound einmal in meinem Leben einnehmen würde ! Es muss Barbara Ann gewesen sein. Dann wahrscheinlich bald darauf Good Vibrations . Und irgendwann lag eine Single unter dem Weihnachtsbaum : God only knows als A Seite. Und auf der Rückseite Wouldn't it be nice , noch eine A Seite.

Das war's dann fürs Erste. Denn dann traten Mädchen in mein Leben. Nicht alle braungebrannt. Und nicht alle hießen Barbara. Oder Anna. Eine gehörige Portion Anerkennung für den fantastischen Sound und die großartigens Vocals der Beach Boys hatte aber auch in dieser Phase meines Lebens gebührenden Platz.

Dann aber in den Neunziger Jahren passierte es : Christina, eine Schülerin, brachte knapp vor den Sommerferien ein Video zur Auflockerung meines wahrscheinlich zu öden Unterrichts mit. Die Klasse war begeistert. Ich übrigens auch :- )

THE BEACH BOYS - 25 YEARS TOGETHER - A CELEBRATION IN WAIKIKI

Und da waren sie : Ein etwas verstört wirkendes Genie namens Brian Wilson, ein leicht arrogant anmutender Mike Love, und eine Vielzahl weiterer offenbar gut gelaunter Beach Boys, vor dem traumhaften Strand auf Hawaii !

Und natürlich die Mädchen - braungebrannt. Ach ja, das hatten wir ja schon. Jedenfalls - Kitsch as Kitsch can, und somit ein klarer Fall für mich !

Bis zur Gründung der Beach Band vergingen dann nochmals einige Jahre. Und diese Gründung fiel mit einem Saisonengagement an einem der schönsten Strände Europas zusammen : Der Seearena in Velden. Mit direktem Blick auf ein Schloss am Wörthersee. Nicht irgendein Schloss am Wörthersee, nein Das Schloss am Wörthersee.

Vielleicht nicht ganz Waikiki, aber zumindest für mich : Why kick key ? Ich wusste die Antwort !

Die etwas naive Absicht, das Hawaii Feeling eins zu eins auf den Wörthersee zu übertragen, war zum Scheitern verurteilt : Einerseits war das Management der Seearena an unseren hochtrabenden Plänen nicht wirklich interessiert, und andererseits fehlte damals der Beach Band noch die nötige Routine für eine souveräne Darbietung dieser doch komplexen Meisterwerke. Und dann waren da noch die Fünf Uhr Tee Tänzer, die beim English Waltz eines Charmaine offenbar mehr Fun Fun Fun hatten, als bei unseren diversen Surf Songs voller Lebenslust und Savoir Vivre.

Seitdem sind 20 Jahre vergangen. Die anfänglich ungestüme Freude an der Interpretation dieses Soundtrack meines Lebens wird mittlerweile von genauem Hinhören während eines jeden Konzerts begleitet. Diese Songs und Klassiker der Beach Boys wie natürlich auch unser p.t. Publikum haben jegliche Form von Achtsamkeit, Perfektion und Respekt verdient.

Die Sache mit den braungebrannten Mädels hat sich übrigens mittlerweile von selbst erledigt. Weltklima und Ozonloch sorgen dafür, dass unsere Zuhörerinnen selbst aus schattigsten Kärntner Tälern es locker mit den California girls aufnehmen können !

Do it again ?

Yeah, yeah, yeah - aber das ist ja schon wieder ein anderes Thema

Gert Prix , 2020 08 22